Marbach am Neckar

 

Mai 2007

Widmar Puhl
Handfeste Luftschlösser

Erzählkultur in Benin
Die Märchen der Fon

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›Die Worte fliegen weg, aber die Schriften bestehen.‹
Afrikanisches Sprichwort

Erzählungen aus Benin
Mein Märchen springt
hin und her …
gesammelt und aufgeschrieben von Mensah Wekenon Tokponto
illustriert von Matthias Schellenberger
ISBN 3-935926-07-3
14,90 Euro

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Mensah Wekenon Tokponto und Matthias Schellenberger unterstützen
SONAFA – eine bessere Zukunft für Menschen in Benin e.V.
Schumannweg 46
73614 Schorndorf
Telefon 07181 / 71 308

Mein Märchen springt hin und her und setzt sich endlich auf ...
Mit dieser Formel beginnen die mündlich überlieferten Märchen der Fon, einem Volksstamm im westafrikanischen Benin.
Der Literaturwissenschaftler
Dr. Mensah Wekenon Tokponto und der Berliner Künstler Matthias Schellenberger veröffentlichten nun bei Obleser Publizistik die umfassende Sammlung der schönsten Märchen aus Benin.
Mensah Wekenon Tokponto stammt aus Benin und hat nach einem längeren Studienaufenthalt in Deutschland an der Universität Bielefeld eine Dissertation zur deutsch-beninischen Märchenforschung vorgelegt. Seine darin bei alten Erzählern in den Dörfern seiner Heimat gesammelten Märchen werden mit diesem Band auch den europäischen Schatz an Erzählungen bereichern.

--> Vorwort von Mensah Wekenon Tokponto

--> vier Einblicke in das durchweg illustrierte Buch

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Bedeutende Schätze einer vielfältigen Kultur:
Märchen und Erzählungen in Benin

Benin zählt fast sechzig verschiedene Stammessprachen, die Ausdruck einer gemeinsamen Kultur der nationalen Vielfalt sind. Ein Teil des umfangreichen Kulturgutes dieses Landes, dessen Größe etwa jener der neuen Bundesländer in Deutschland entspricht, stellen die mündlich überlieferten Märchen dar. Diese ›hwénúxó‹ gehen weit über den europäischen Märchenbegriff hinaus und können neben Volks-, Tier- und Zaubermärchen auch Erzählungen von Helden und Sagen, Schwänke oder Legenden sein.

"Mit jedem Greis, der in Afrika stirbt, verbrennt eine Bibliothek."
Amadou Hampaté Bâ, Schriftsteller, Philosoph und Historiker aus Mali

Der Wettbewerb der Medien macht die umfangreiche Sammlung der Erzählungen erforderlich.

Dem pluralistischen Parteiensystem Benins und der erfolgreich durchgesetzten Pressefreiheit folgte die Dominanz moderner Medien wie Radio und Fernsehen. Junge wie Erwachsene gleichermaßen verlieren das Interesse an den traditionellen Erzählungen.
Auch verliert das zur Erzählung gehörige Rezeptionserlebnis im Raum der dörflichen Gemeinschaft an sozialer Bedeutung.
Um dem Verschwinden der erzählten Inhalte und der variantenreichen Erzählform voller Gestik, Rhythmik und Gesang vorzubeugen, wird das in Vorbereitung befindliche Institut in intensiver Feldforschung die Erzählungen der Stämme Benins dokumentieren.
So besteht die Chance, dass sich der Bildungsplan in Benin erweitert und in den Schulen die Kinder neben ausländischer Literatur endlich auch den Erzählungen ihrer Ahnen begegnen.


Videostills von Matthias Schellenberger

Mensah Wekenon Tokponto, der in Deutschland immer wieder als Erzähler unterwegs ist, über seine Vortragsarbeit:
"Ich beschäftige mich mit den Märchen meines Volksstammes, damit sie der Nachwelt erhalten bleiben. Es handelt sich hier um ein wichtiges kulturelles Erbe, welches die ganze Weltanschauung der Fon widerspiegelt. Als angehöriger dieser Volksgruppe bin ich in deren Kulturkreis aufgewachsen und stele die Märchen so dar, wie ich sie schon als Kinder an den regelmäßigen Märchenabenden in meinem Familienkreis im Dorf Kinta-Danli erlebt habe.
Diese Zeit hat mich sehr geprägt, angesichts der Inhalte der Märchen und der Stimmung, in der die Erzähler abends das Publikum auf dem Hof des Familienkreises fesselten. Die Erzähler greifen in den Märchen lebenswichtige Fragen auf und geben Antwortversuche. Ein afrikanischer Spruch besagt:
Die Worte fliegen weg, aber die Schriften bestehen."

Zurückgekehrt nach Benin widmet sich Topkonto dem Fortgang seines Projekts zur Gründung des Instituts zur Förderung der deutschen Sprache und zur interkulturellen Entwicklung in Benin. Das Gebäude in der Universitätsstadt Abomey-Calavi ist ist bereits im Bau. Die Aufnahme ist aus dem Frühjahr 2003.

Der Berliner Künstler Matthias Schellenberger ist auch Autor und Produzent der Videodokumentation 'Mein Märchen springt hin und her', die Mensah Wekenon Tokponto auf seiner Recherchereise durch Benin begleitet. Die DVD ist zu beziehen über --> Matthias Schellenberger.

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